© der Geschichte: Josef Bühler. Nicht unerlaubt
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Miele

Ich hatte Sex mit einem hässlichen Weib. Alle meine Arbeitskollegen waren schon beim Feierabendbier im Westend, als Sie kurz vor Ladenschluss unser Geschäft betrat. Sie hatte uns eine Waschmaschine abgekauft und diese bereite ihr nichts als Sorgen, wasche nicht sauber, lecke, und mache seltsame Geräusche; was wir denn dazu sagen würden und überhaupt, sie wolle diese Maschine nicht mehr und sie verklage uns vor dem Bundesverfassungsgericht und im Fernsehen werde man uns zerreissen...."Leck mich doch am Arsch, du alte Schlampe" sagte ich zu ihr nicht, sondern dachte es, hätte es aber sagen sollen, da sie in diesem Falle bestimmt in diabolischer Wut von dannen gezogen und mir der unwahrscheinlichste Geschlechtsverkehr meiner Karriere erspart geblieben wäre.

Ich fragte sie also höflich, welches Modell es denn beträfe und wann sie das Gerät denn erworben habe. Sie schien mich vollkommen missverstanden zu haben und warf mir wutentbrannt Wörter an den Kopf, die ich teilweise noch gar nicht kannte. Ich bat Sie also, sich die Maschinen in unserer Ausstellung anzusehen und mir zu sagen, welches Modell sie denn bei sich zu Hause stehen habe. Langsam schien sich ihr Gemüt zu kühlen und sie schritt um unsere Mieles und AEGs herum und blieb vor einem Billigstgerät aus einem Land stehen, das ich bis zu meinem Stellenantritt stets für einen Softpornoladen in der Ludwigsstrasse gehalten hatte. "Ah ja, unser Sonderangebot vom letzten Herbst", bemerkte ich neunmalklug und wollte die Dame schon darauf aufmerksam machen, dass das Gerät bisher zu keinerlei Beanstandungen Anlass gegeben habe. Doch soweit liess es diese Person in ihren gelben Kunstlederhosen und der weissen Konfirmationsbluse, die nur schwerlich ihre mächtigen Sauermilchstationen zu verbergen vermochte, nicht kommen. Sie verfluchte alle Bewohner sämtlicher Ostasiatischer Staaten und natürlich die Mitarbeiter unseres Betriebes und vor allem mich, da ich ihr diesen Schrott verkauft hätte. Urplötzlich warf sie sich auf den Boden und zerrte wild an der Sockelzierleiste, bis diese sich löste. "Sehen Sie, hier tropft es bei mir..." Sie schwieg auf einmal. Ich meinte schon, eine giftige Schlange nähere sich uns und das Weib würde jeden Moment losschreien. Als ich vorsichtig zu ihr auf den Boden schaute, stockte mir der Atem. Meine Waschmaschine hatte vorgestern den Geist aufgegeben. Folglich konnte ich keine Wäsche waschen. Auch keine Unterwäsche. Und gestern Abend war doch mein Slip, den ich seit fünf Tagen getragen hatte, schmutzig. Und heute Morgen war es doch schon dermassen warm. Daher hatte ich mich entschlossen unter meinen Bermudashorts keine Unterwäsche zu tragen. Und deshalb schwieg dieses Weib zu meinen Füssen und deshalb starrte sie im Angesicht meines 20 Zentimeter Untermieters unentwegt an meinen Knien vorbei gen Himmel. "Wo sagten Sie tropft es bei ihnen?" fragte ich. "Na hier, hier unten..." antwortete sie etwas verstört und stand mühsam auf. "Ja was sagen sie denn dazu?", fragte sie mich, noch immer auf die sanfte Wölbung meiner Shorts starrend. "Wozu?" fragte ich und merkte im selben Moment, dass ich die Situation in eine Richtung lenkte, die ich nicht im geringsten hatte einschlagen wollen. Noch immer war ihr Kopf leicht gesenkt und ihr Blick wie mit Sekundenkleber auf meine Shorts geleimt. "Darf ich ihn anfassen?" Es gibt Momente im Leben, die man nicht begreifen kann. So zum Beispiel mein "Aber selbstverständlich meine Dame." Der Psychiater hat mir erklärt, dass es eine unbewusste Antwort auf eine Frage war, die mein Unterbewusstsein in diesem Moment in mein Gehirn gespült hatte. Was er damit sagen wollte, habe ich bis heute nicht verstanden. Fakt aber war, dass dieses Wesen mit zitternder Hand in meine Shorts griff und meinen erstaunten Freund fest in die Hand nahm. Ich stand mit heruntergelassenen Hosen da und spürte, wie ich noch "aber so meinte ich das doch nicht" sagen wollte, mein Blut aber aus den Stimmbändern in ein wachsendes Peripheriegerät meines Körpers strömte und ich stumm blieb. Sie hantierte für ihr Alter sehr geschickt. "Ich will dich" stöhnte sie auf einmal. Was hätte ich denn sagen sollen? Mein Gott, sie sah mit geschlossenen Augen aus wie 23. Sie warf mich auf den Boden und sich gleich hinterher. Sie steckte ihre Zunge in alle erdenklichen Körperöffnungen und auf einmal schien sie 10 Hände zu haben, die jeden Zentimeter meiner Haut mit ihrer übelriechenden Pflegelotion beschmierten. Und ich getraute mich nicht meine Augen zu öffnen, denn ich wusste, diese Weib hatte eine Zunge wie eine Phyton und Hände wie die indische Göttin, die wir immer als perfekte Hausfrau belächelten. Sie riss sich die Kleider vom Leib und besprang mich, als wäre ich Fury. Nachdem sie mich hart geritten und ich sie warm abgespritzt hatte, liess sie von mir. Meinte ich! "So mein Junge, jetzt geht's los" rief sie kraftvoll. "Jetzt geht's los? Bei mir ist in den nächsten Stunden bestimmt nichts mehr los", antwortete ich ausser Atem. "Hey Junge, du schnallst hier was nicht. Entweder du machst, was ich sage oder du wirst Vater." Ich hatte verstanden was sie gesagt hatte, aber ich verstand die Welt nicht mehr. "Ist mir scheissegal Junge. Willst du zwanzig Jahre für dein Kind bezahlen oder nicht?" Ich verstand was sie mir sagen wollte, aber ich verstand es nicht... "Dachte ich mir doch. Los mach die Beine breit." Was dann geschah, versuche ich erst gar nicht zu verstehen. Dieses Höllenweib packte Dinge aus Ihrer Tasche, deren Herstellung jeden Sattlermeister zur Verzweiflung gebracht hätte. Sie stellte Sachen mit mir an, die ich nicht beschreiben kann, weil ich nicht weiss, wie man sie nennt. In einem nicht enden wollenden Alptraum drehte sie meine Seele durch den Fleischwolf der Wollust.

Als diese Ausgeburt eines Teufels den Laden und mich verliess, war es tiefste Nacht. Ich lag auf dem Boden und suchte nach Gefühlen, doch ich fand keine. Meine Kündigung legte ich dem Chef auf sein Pult. éIch ertrage die Reklamationen der Kunden nicht mehr' schrieb ich. Man schickte mich daraufhin zu einem Psychiater, des Detaillistenverbandes. Ihm erzählte ich mein Erlebnis und er tat auch so, als fühlte er, wie ich fühlte. Helfen konnte er mich aber nicht. Die barmherzigen Schwestern eines Ordens, dessen Name ich mir nicht merken kann, konnten mir auch nicht helfen, aber sie sagten ich könnte ihnen helfen. Und so reiste ich nach Mali um beim Bau von Wasserleitungen für die Ärmsten dieser Welt zu helfen. Nach Hause fahren werde ich erst wieder, wenn sich die Menschheit im Streit um einen Flecken Erde oder eine wertvolle Aktie in einem Atomkrieg dezimiert hat, danach keiner mehr weiss, wie eine Waschmaschine gebaut wird und alle Überlebenden ihre Wäsche wieder von Hand waschen.

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